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Artikel im aktuellen Heft der Zeitschrift "Trend" 36/2019 von Michael Schmidt, Trend-Redakteur

Die Potenziale in den Fokus!

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WU-Führungsexperte Günter Lueger will Unternehmen mittels Potenzialfokus vom
endlosen Diskutieren über Mankos zu produktiven Veränderungen bringen.

„Der größte Teil der Sachen in
Unternehmen gelingt ja“, ruft
Günter Lueger eine Tatsache in
Erinnerung, die vor lauter Führungsund
Veränderungseifer sowie aufgrund
einer einseitigen Fehler- und Defizitorientierung
oft genug übersehen wird.
Lueger kennt solche Neigungen gut. Er
war Professor für Personalführung und
Coaching an der WU Wien, ehe er sich
als Gründer des Potenzialfokus Centers
und des Instituts für potenzialfokussierte
Pädagogik bewusst für einen anderen
Blickwinkel und Weg engagierte: „Ich
hatte genug vom ständigen Jammern
auf Masterlevel und von ausgeklügelten
Erklärungsmodellen für Lücken und
Defizite. Was mir gefehlt hat, waren
Fragen danach, was hochmotivierte
Menschen schaffen und was gut gelingt.“
Unternehmen rät Lueger dazu, den
Fokus weg von Fehlern und negativen
Aspekten zu lenken, damit Positives und
Negatives überhaupt erst einmal als
gleichwertig wahrgenommen werden
kann. Aber was soll man etwa als Führungskraft
in einem Unternehmen tun,
wo die von der Konzernmutter postulierten
neuen agilen Ansätze in der – ob diverser
Change-Erfahrung leicht genervten
– Belegschaft auf die Grundstimmung
stoßen: „Jetzt drucken die uns den
agilen Schas auch noch hinein.“ Als
Führungskraft
würde Lueger da erklären,
dass Agilität und Flexibilität keines-
wegs grundlegend neue Anforderungen
oder Fähigkeiten seien, und die Diskussion
auf die Frage lenken: „Wo sind wir
jetzt schon besonders agil und flexibel?“
Bewusst machen, was da ist, nennt Lueger
das, und daraus wachse die Erkenntnis,
dass nicht alles neu erfunden werden
muss. Dann die Konzernvorgaben differenzieren:
Was passt schon gut? Was
läuft bei uns anders, was ist uns fremd?
Was ist notwendig, damit es besser zu
uns passt, zum Beispiel zu einem ganz
konkreten Kunden? Und wie können wir
auf unserem eigenen Weg erreichen, was
der Konzern will, obwohl sein generelles
„Kochrezept“ nicht funktioniert?
Kurzum: Es geht darum, in kleinen
Schritten dort aktiv zu werden, wo es
möglich ist, statt langatmig zu begründen
und zu bejammern, warum etwas wieder
einmal nicht funktionieren kann. Lueger
rät Managern, die diesen Zugang stärken
wollen, auch auf ihre Sprachmuster zu
achten. Wenn es etwa ein Problem gab:
„War es immer schlecht? Wann war es
besser? War da etwas anderes, als es besser
ging?“ Auf diese Weise, so Lueger,
komme man an die Potenziale der Mitarbeiter
und der Organisation jedenfalls
viel eher heran als durch Mankolisten
und Fehleranalysen. Grundsätzlich will
er aber ohnehin „von der Redenskultur
wieder zum Tun kommen und einfach
schneller was Ausprobieren.“
Info: potenzialfokus.at

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